82.Probe des RM-Weinkreises

81probeUnsere 82.Weinprobe hatte das Motto “ Gibt es Leben nach dem Tod?“ und wurde den Weinen aus der ehemaligen Sowjetunion gewidmet. Wir verkosteten Weine aus Ukraine, Russland, Georgien und Moldavien.

Warum ein solches Motto? Weil der Perestrojka-Vater Mikhail Gorbatschov der langen Weinbaugeschichte der SU-Republiken mit einem Schlag ein Ende gesetzt hat. Weinwirtschaft, die noch im Zarenreich erfolgreich betrieben wurde, fiel der Opfer in der Kampf mit Alkoholkonsum. Alte Rebeflächen wurden fast überall ausgerodet.

Russland hat Weinflächen in Nordkaukasus, am Don, an Wolga und sogar in Sibirien, nach der Krim-Annexion zählen die Russen auch ukrainische Weinbaugebiete zu eigenen. „Ein Blick auf die Liste der größten russischen Weinhersteller wird selbst eingefleischte Optimisten zur Verzweiflung bringen. Sieben von zehn russischen Marktführern stellen billigste Weine her und füllen sie in Tetra-Pak-Verpackungen ab…Es wäre jedoch verfrüht, Russland von der Weinkarte der Welt zu streichen. Vollkommen hoffnungslos ist die Lage nicht. Seit 2006 entwickelt sich in Russland eine Weinanbaukultur, deren Produkte das Urteil echter Weinkenner nicht scheuen müssen. Als Vorreiter der neuen russischen Weinherstellung gilt der Produzent Abrau Durso im Vorland des Schwarzmeerhafens Noworossijsk.
Zu den auf Qualität bedachten Herstellern, die es sich leisten können, die staatlichen Anforderungen an den Lizenzerwerb zu erfüllen, zählen unter anderem Chateau de Grande Vostok, Lefkadija und Wedernikow. 2012 erschien in Russland erstmals ein „Russischer Weinführer“, in dem 55 Weine von 13 russischen Winzern beschrieben sind.“ – das Zitat stammt aus einem m.E. ganz interessanten Artikel.

„Die Ukraine besteht aus vier großen Weinbauregionen. Das ist das weitaus größte Gebiet im Südwesten um die Stadt Odessa mit fast 50% der Gesamtfläche, die besetzte Halbinsel Krim am Schwarzen Meer mit rund einem Drittel der Gesamtfläche, das Transkarpaten-Gebiet, sowie das Gebiet südlich des Flusses Dnjepr bei den Städten Cherson und Dnjepropetrowsk. Das kontinentale Klima ist von heißen Sommern und strengen Wintern bis über minus 30 °Celsius geprägt. Durch umfangreiche von Gorbatschow angeordnete Rodungen wurde der Rebenbestand von 225.000 Hektar auf weniger als 100.000 Hektar reduziert. Das warf den Weinbau um Jahrzehnte zurück.
In der ukrainischen Weinindustrie besteht aus diesem Grund ein Defizit an Rohstoffen, das durch Importe von zum Beispiel Weintrauben gedeckt werden muss.“ Quelle. Mittlerweile gibt es einige Winzer, die ukrainische Weinkultur nach vorne treiben. Das sind Winzer mit Elan und Leidenschaft, die trotz allem versuchen gute Weine zu machen.

Georgien hat vermutlich eine der längsten Weinbaugeschichte der Welt, Wein wird in Kachetien, Niederswanetien, Kartlien und Imeretien angebaut. Rotwein wächst auf 60 bis 70% der 60 000 Hektar Rebfläche. Über 500 autochtone Sorten sind in Georgien identifiziert, davon 38 sind zugelassen. Für mein Ohr klingen die Namen von Reben wie Musik: Saperawi, Rkaziteli, Koruli Mtswane, Aladasturi… Es werden selbstverständlich auch internationale Sorten angebaut, wie Chardonnay, Riesling, Pinot Noir, Merlot, Cab. Sauvignon etc. Angesichts der russischen Außen- und Handelspolitik in Georgien, wünsche ich vom Herzen, dass georgische Weine erfolgreich neue Märkte erschliessen. Potenzial dazu haben sie definitiv. Hier ist ein Artikel über Weinbau in Georgien von Weinplus.

„Obwohl im Westen kaum bekannt für ihren Weinbau, gehört die Republik Moldau zu den bedeutendsten Produzenten und Exporteuren weltweit. Das kleine südosteuropäische Land zwischen Rumänien und der Ukraine, das flächenmässig einen Drittel kleiner als die Schweiz ist, hat eine Rebfläche von etwa 150 000 HektarenMoldawien liegt ungefähr auf dem gleichen nördlichen Breitengrad wie das Burgund. Weinbau stellt dabei mit einem Beitrag von rund 15 Prozent zu den Staatseinnahmen einen der wichtigsten Wirtschaftszweige dar und gehört zudem zur Volkskultur. Wein ist der nationale Stolz, doch Abhängigkeit vom russischen Markt macht das Land verwundbar.

Im Westen allerdings ist Wein aus der Moldau praktisch nicht bekannt – abgesehen einmal vom englischen Königshof, der regelmässig einige Kisten aus dem prestigeträchtigen (und keineswegs billigen) Gut Purcari liefern lassen soll.“ Quelle.

Soviel von Theorie, das Praktikum haben wir aber auch absolviert. Verkostet wurden folgende Weine:

Begrüßung: Bagrationi Finest 2007 Vintage Brut methode traditionelle – leider hatte ich nur eine Flasche, davon hätten wir gerne noch einiges! Begrüßung wird nicht benotet, aber es war ein wunderbarer Auftakt zu der Weinprobe.

2012 Oleg Repin Riesling Tafelwein trocken UA  – Nase anfangs schwach, im Glas entwickelt sich der Wein und zeigt feine Noten von Zitrusfrüchten, Birne, Kräuter.

2011 Vinoterra Mtsvane Qvevri GEO –  ganz anders, exotisch, explosive Kräter, dabei cremig am Gaumen. Sherrinoten, Pfirsich, sowohl erfrischend als auch adstringierend, mit langem Abgang.

2012 Divnomorskoje Pinot Blan RU – leider Kork.

2011 Villa Victoria Sofia Sauvignon Blanc&Chardonnay  RU – grüne Aromen, Gras, Heu, Holz sehr spürbar, mit der Entwicklung im Glas kommt Birne, kommen gelbe Früchte, nach Meinung eines der Weinfreunden „der Wein ähnenlt schweizerischem Fendant“. Die Etikette von der Flasche ging in die Kollektion von Jürgen Canstetter.

2010 Villa Victoria Bell Tree Pinot Noir  RU – diese Pinot wirkte rustikal, marmeladig, entsprechend europeischem Geschmack, zeigte aber auch ledrige Noten (Brett=Kellerbakterien). Voller Körper, langer Abgang, gut eingebundene Tannine.

2012 Vedernikov Zimljanski Chorny RU – tiefrot, volles Bouqett, Brombeere, Cassis, Kirsche, sehr komplex, sehr samtig durch geschliffene Tannine, bis dahin mit 16 bis 17 Punkten der bester Wein des Abends. Die Etikette von der Flasche ging auch in die Kollektion von Jürgen Canstetter.

2011 Chateau Muchrani Shavkapito GEO – tiefe Farbe im Glas, rote und schwarze Waldbeeren in der Nase, extraktreicher, dichter Wein, langer Nachhall. Wir bekommen den Eindruck, die Weine werden immer besser 🙂

2011 Schuchmann Saperavi GL Qvevri GEO – der Wein ist so dicht und prall und vielschichtig, dass er  in unserer Benotung sofort die Führung übernimmt. In der Nase zeigt der Wein animalische Noten, am Gaumen ist er samtig und beerig, ohne in das liebliche abzurutschen, langer Nachhall dagegen ist weich  und leicht süsslich, wunderbar!

2012 Chateau Purcari Rara Neagra MD – der Wein hat das Team polarisiert, einige meinten er schmackt nach Lambrusko, andere fanden Sandelholz- und Zigarrenkistenaromane in dem Wein. Schöne Farbe, Nase erst nach Herbslaub, dann immer mehr Frucht, Mund ist sehr beerig, fast lieblich.

2012 Chateau Purcari Negru de Purcari  MD – und das war DER Wein des Abends. Viel Extrakt,  dicht und gleichzeitig  elegant, stimmig. Wein-Sieger des Abends krönte mit fast 17 Punkten  diese Weinprobe.

Один отклик на 82.Probe des RM-Weinkreises

  1. Chassidy sagt:

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